Martin-Luther-King-Schule

Förderschule des Rheinisch-Bergischen Kreises mit dem Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung

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Streitschlichtung an der Martin-Luther-King-Schule

 Idee und Ziel

Der Streitschlichtung liegt der Gedanke zugrunde, dass Schülerinnen und Schüler fähig sind, ihre Konflikte in kooperativer Weise selbst zu lösen.
Langfristig führt eine aktive Streitschlichtung an der Schule

- vor allem zur Erhöhung der sozialen Kompetenz der Schülerinnen und Schüler
- zu einer Klimaverbesserung der gesamten Schule
- zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen.

Insbesondere an einer Förderschule für emotionales und soziales Lernen ist das Ziel der sozialen Kompetenzstärkung ureigen.
Die Schülerinnen und Schüler

- lernen neue Verhaltensweisen
- entwickeln Alternativen zum gewohnheitsmäßigen Schlagen
- den reflexiven und sensibleren Umgang mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern
- lernen sich in andere hineinzuversetzen
- lernen die Folgen ihres Tuns zu antizipieren
- gehen mit ihren Konflikten untereinander selbstverantwortlicher um
- lernen sich im Anschluss an Streitigkeiten wieder zu vertragen
- lernen Lösungen zu finden, die es ihnen gestatten, in Zukunft wieder friedlich miteinander umzugehen.

Die Ausbildung

Im Mittelpunkt unseres Streitschlichter-Modells steht das Training derjenigen Schülerinnen und Schüler, die sich zur Schlichter-Ausbildung entschlossen haben. Dies können Schülerinnen und Schüler aus den Klassen 8 bis 10 sein.Sie werden von in der Streitschlichtung ausgebildeten Lehrerinnen trainiert. Im Training lernen die Jugendlichen in vielfältigen Gesprächs- und Streitsimulations-übungen, in Reflexionsphasen und Spielsituationen Konflikte zu durchdenken und gewaltfrei zu lösen.
Inhaltliche Schwerpunkte sind
-        die Reflexion des eigenen Umgangs mit Konflikten und Gefühlen
-        die Schulung von kommunikativen und kooperativen Fähigkeiten
-        die Regeln und den Ablauf eines Schlichtungsgesprächs.

Die Schlichtungen

Nach dem eigentlichen Ausbildungsabschnitt sind die älteren Schülerinnen und Schüler meist in der Lage, jüngeren Mitschülerinnen und Mitschülern Hilfestellungen zu geben und ihnen zu zeigen, wie sie ihre Konflikte ohne Gewalt lösen können. Häufig ist die Lösung ein Kompromiss, den beide Streithähne gemeinsam finden. In Schlichtungsgesprächen soll nicht nach Schuldigen gesucht werden. Schlichtungs-gespräche sind keine Gerichtsverhandlungen und Schlichter entscheiden auch nicht über Recht und Unrecht, Schuld und Unschuld. Sie suchen stattdessen zusammen mit den Streitparteien nach Lösungen, die für beide Seiten akzeptabel sind, sozu-sagen nach einem kleinsten gemeinsamen Nenner, auf den sie sich einigen können, um zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden. Sie halten die Lösung, auf die sich die Streitparteien einigen können, in einem Vertrag fest. Die Parteien verpflichten sich freiwillig diesen einzuhalten.

 Die Streitschlichter-AG

Die Betreuung der ausgebildeten StreitschlichterInnen erfolgt durch die Beratungs-lehrerinnen in der Schlichter-AG, in der Regel einmal wöchentlich. Hier werden organisatorische Dinge geregelt, Aktivitäten geplant und Schwierigkeiten und Probleme der Schlichter-SchülerInnen bei den Schlichtungsgesprächen besprochen. In dem eigens für die Streitschlichtungen eingerichteten Büro kann nach Bedarf täglich in der Pause nach vorheriger Anmeldung Streit geschlichtet werden. Die ge-troffenen Vereinbarungen werden schriftlich festgehalten. Die StreitschlicherInnen kontrollieren nach ca. 4 Wochen in einem Nachfolgegespräch mit den beteiligten Streithähnen, ob die getroffenen Vereinbarungen eingehalten wurden. Die Arbeit der Streitschlichtung findet immer mit Begleitung und Unterstützung der Beratungslehrerinnen statt.

 Angebot für die Fünftklässler

Seit Mitte des Schuljahres 2004/05 besteht seitens der Streitschlichter-AG ein Angebot für die 'Schulankömmlinge', das Streitschlichter-Modell und die aktuellen Streitschlichterinnen und Streitschlichter sowie die beiden Beratungslehrerinnen kennen zu lernen. Einmal wöchentlich laden die StreitschlichterInnen Fünftklässler zu einem psychomo-torisch ausgerichteten gemeinsamen Spielangebot ein. Im aktiven, spielerischem Umgang miteinander lernen die Jüngeren die Älteren kennen. Damit soll einerseits die Schwelle der jüngeren Schülerinnen und Schüler zu einer Schlichtung in das Schlichterbüro zu kommen abgebaut werden, andererseits steht hier bereits das Erlernen emotionaler und sozialer Fähigkeiten im Mittelpunkt.

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