Martin-Luther-King-Schule

Förderschule des Rheinisch-Bergischen Kreises mit dem Schwerpunkt Emotionale und Soziale Entwicklung

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Das Angebot Schu4ju

 Seit 1998 besteht das Kooperationsprojekt Schu4ju des „Sommerbergs“AWO Betriebsgesellschaft mbH (nach KJHG § 81) und der Martin Luther King Schule. Jugendhilfeeinrichtung und Schule bieten mit dem Schulprojekteinen Raum für Schüler  der Martin Luther King Schule, die Versorgung, Betreuung und Förderung bereithält.
 Das Schu4ju ist eine Nachmittagsbetreuung, die unmittelbar an den Unterricht anschließt. Das Angebot setzt sich aus den Elementen einer „Über-Mittag-Betreuung“  und einem offenen Freizeitangebot zusammen. In diesem Konzept werden Elemente  der Hort – und Tagesgruppenarbeit (schulische und soziale Förderung, Hausaufgaben, Mittagessen und Betreuung) mit den Elementenn der offenen Jugendarbeit (offener Spielbetrieb, Freizeitprojekte und Freiwilligkeit der Teilnahme u.a.) und der flexiblen Einzelfallhilfe verbunden.
 Die Besonderheit von „Schu4ju“ besteht vor allem in der engen fachlichen Zusammenarbeit von Schule und Jugendhilfe, bei der Sonderpädagogik und Sozialpädagogik eine enge Vernetzung finden. Die gemeinsamen Arbeitsweisen sind:

-         niederschwellig
-         präventiv
-         ganzheitlich / systemeisch
-         bedarfs- und interessensorientiert
-         individual– und gruppenpädagogisch
-         prozessorientiert
-         entwicklungsorientiert
-         Kooperation mit Schulsozialarbeit und Lehrern
-         Kooperation mit Eltern und Erziehern


Chronologie des Kooperationsprojektes

 1993:   Vor dem Hintergrund des gestiegenen Bedarfs an Ganztagsangeboten für Schulkindern hat die Landesregierung von NRW Mitte 1993 unter Federführung des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und unter Beteiligung des damaligen Kultusministerium das Kooperationsmodell zwischen Jugendhilfe und Schule zur ganztägigen Betereuung von Schülerinnen und Schülern  der Sekundarstufe eins einschließlich der Sonderschulen“ initiiert.
 1996:   Aufgrund eines gemeinsamen Aufgabenverständnisses begannen Ende 1996 Vertreter des Jugendamtes des Rheinisch Bergischen Kreises und der Schule für Erziehungshilfe des Rheinisch Bergischen Kreises, ein Modell zur regionalen Vernetzung von Jugendhilfe, Jugendzentren, örtlichen Vereinen und anderen Initiativen zu entwickeln.
 1997:   Durch die örtliche Verbundenheit mit der Martin Luther King Schule (Schule für Erziehungshilfen des Rheinisch Bergischen Kreises) beauftragte der Kreis die Arbeiterwohlfahrt den „Sommerberg“ mit der Ausgestaltung und Umsetzung des erstellten Konzeptes. Durch die Entscheidung  des Jugendhilfesausschusses des Kreises vom 17.11.1997 wurden zunächst Finanzmittel für eine halbe Planstelle, auf zwei Jahre befristet, zur Verfügung gestellt.
 1998:   Unter diesen Voraussetzungen konnte das Projekt nicht wie geplant mit einer vollen sozialpädagogischen Planstelle begonnen werden, es wurde deshalb mit einer halben Planstelle gestartet.
Im Schuljahr 98/99 stand im Vordergrund, die Betreuungs- und Fördermöglichkeit für die Schüler bedarfsgerecht umzusetzen. Dies bedeutete Räumlichkeiten zu gestalten, Lern- Spiel- und Arbeitsmaterialien zu beschaffen und erste Kontakte zu jugendspezifischen Einrichtungen auf regionaler und lokaler Ebene zu knüpfen. Danach wurde das Modellprojekt mit einer Einweihungsfeier für die Jugendlichen eröffnet.
 1999:   Nachdem die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden waren, wurde die Einrichtung zu einer festen Institution für die Jugendlichen. Die Akzeptanz zeigte sich durch die begeisterte Beteiligung der Besucher an der Gestaltung der Räumlichkeiten und deren Ausstattung sowie deren Namensfindung. Im Dezember 1999 wurde ein Fest zum einjährigen Jubiläum des erfolgreich gestarteten Modellprojekts ausgerichtet. Auf diesem Fest wurde feierlich das Logo „Schu4ju“ (Schule und Jugendhilfe für dich) vom Rösrather Bürgermeister Herr Happ enthüllt.
 2000:   Im Jahr 2000 wurde ein fester Etat im Haushalt eingerichtet, so dass aus dem Modellprojekt ein dauerhaftes Angebot wurde. Aufgrund der Veränderung des „Arbeitskreises Kinder- und Jugendinteressen“ in die Arbeitsgemeinschaft „AG78“ in Rösrath bildeten die lokalen Einrichtungen „offene und teiloffene Jugendarbeit“ im März eine Untergruppe „AK Jugendtreff 2000“.
Hieraus entstanden gemeinsam mit dem Schu4ju Projekte wie das Kickerturnier und die Veranstaltung „games and more“ zu Weltkindertag.
2003:   Nach fünfjähriger Zusammenarbeit verläßt Ralph Heiligenhaus im September 2003 als verantwortlicher Mitarbeiter das Schu4ju. Seine Nachfolge tritt Heike Gertler an.
 2004:   Im Rahmen des Umzuges der Martin-Luther-King-Schule vom Sommerberg auf das ehemalige belgische Schulgelände bezieht das Schu4ju im Frühjahr 2004 eigene neue und großzügige Räumlichkeiten.
Im Juni 2004 erhält das Schulprojekt vorerst einmalig weitere 20.000 Euro Förderung. So ist die Erhöhung des Betreuungsumfanges von drei auf vier Öffnungstage pro Woche möglich. Zudem ist eine Erhöhung des Personalstandes möglich.

  Aufgabe des Kooperationsmodell Schu4ju

 Bei vielen Schülern und ihren Familien zeigen sich Schwierigkeiten im persönlichen Lebensumfeld tragfähige Alltagsstrukturen und einen geeigneten Rahmen zu schaffen, in dem die Kinder und Jugendlichen den Anforderungen von Schule und sozialem Umfeld nachkommen können. Die Martin-Luther-King-Schule und die Jugendhilfeeinrichtung der AWO „Der Sommerberg“ sehen ihre gemeinsamen Aufgaben in der Bereitstellung eines solchen hilfreichen Rahmens und in der gezielten hilfreichen Förderung von Kindern und Jugendlichen. Im Angebot des Schulprojekts können Ressourcen sowohl der Schule für Erziehungshilfe als auch der Jugendhilfeeinrichtung im genannten Sinne füreinander nutzbar gemacht werden.

  Zielgruppe

 Das Schu4ju gliedert sich in zwei Bereiche:

- der „Über-Mittag-Betreuung“
- den offenen Nachmittagsbereich.

Die Aufnahme in die Betreuung des Schu4ju erfolgt nach intensiven Gesprächen mit Schüler, Schule und Eltern. Die individuelle Zielsetzung für den Schüler basiert auf der Erziehungs- und Förderplanung der Schule. Über die Platzvergabe wird auch nach sozialer Dringlichkeit entschieden. Es erfolgen auch Anfragen seitens der örtlichen Jugendämter.

  Pädagogische Inhalte und Zielsetzung des Schu4ju

 - regelmäßige Hausaufgabenbetreuung - dadurch Entlastung des Elternhauses und größerer Lernfortschritt bei den Schülern
- warmer Mittagstisch - dadurch regelmäßige Versorgung der Schüler
·- stärkere Anbindung der Schüler an die Schule - dadurch regelmäßigerer Schulbesuch
-  unterschiedlichste Freizeitangebote und Projekte - dadurch Kennenlernen von Alternativen eigener sinnvoller Freizeitbeschäftigungen
- ein umfassendes professionelles Gesprächsangebot - dadurch Erlernen angemessener Konfliktlösungsstrategien
-  Elterngespräche und Elternnachmittage - dadurch Einbeziehung der Eltern in das Alltagsgeschehen der Einrichtung
-  Kooperation sonderpädagogische und sozialpädagogische Sichtweisen - dadurch ganzheitliche und umfassende Erziehungsplanung im Team,
-  Hilfe zur Tagestrukturierung für die Schüler und ihre Familien

Angebote/Methoden

 Um den Schülern eine gesicherte Alltagsstruktur zu bieten, sind verlässliche, kontinuierliche und vielseitige Angebote der Versorgung und Betreuung notwendig
 Das tägliche gemeinsame Mittagessen ist ein wesentlicher Bestandteil der Tagesstruktur und Mittelpunkt der Kommunikation sowohl unter den Schülern als auch zwischen Schülern und Betreuern.
 Unter Anleitung einer pensionierten Realschullehrerin haben die Schüler die Möglichkeit, ihre Hausaufgaben in Kleingruppen zu erledigen. Auch hier ist die Integration der Hausaufgaben in die Tagesstruktur ein wesentliches Ziel. Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Nachmittagsbereich. Zum Erlernen einer sinnvollen Freizeitgestaltung bieten wir den Jugendlichen vielseitige Angebote.
Sport- und Bewegungsangebote (Fußball, Basketball, Inline-Skating) stehen täglich zur Verfügung. Neben dem Abbau von körperlichen Spannungen, wie Aggressionen und Frustrationen, werden die Schüler auch mit Spielregeln konfrontiert.
Der Kontakt zu den anderen Mitspielern fördert im Spiel das Vertrauen und die Aktzeptanz des Gegenüber.
 Sich selbst und die Natur können die Schüler einmal in der Woche im Bereich der Erlebnispädagogik kennenlernen. Soziale Kompetenzen im Umgang mit anderen Menschen werden hierbei gefördert und gestärkt. Dies basiert auf dem Aufbau eines Verantwortungsbewusstseins für sich und andere und einer damit verbundenen Stärkung des gegenseitigen Vertrauens, einer Akzeptanz der anderen Gruppenmitglieder und einer Erhöhung der Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit innerhalb der Gemeinschaft.
Kunst und Plastisches Gestalten soll die Konzentration der Jugendlichen schulen und die Phantasie fördern. Aber auch die Auseinandersetzung mit dem Material, läßt die Schüler ihre Grenzen erfahren.
Schülern, denen es noch schwer fällt, sich auf die Gruppe einzulassen, haben die Möglichkeit einmal wöchentlich am Reitangebot teilzunehmen.
Der Umgang mit dem Pferd erleichtert Kindern und Jugendlichen den Umgang mit Ängsten und Frustrationen. Vertrauen wird aufgebaut und führt zur Erfahrung von Selbstwertgefühl und angemessener Selbsteinschätzung. Die Konzentrationsfähigkeit wird dadurch geschult und verbessert. Der starke körpertherapeutische Anteil in der Arbeit mit dem Pferd fördert die Selbstwahrnehmung des Menschen.
 Das Computerangebot soll ein maßvolles Nutzen von Spielen, aber auch notwendige Kenntnisse (Internet) diesen Mediums vermitteln.
 Im hauswirtschaftlichen Bereich lernen die Jugendlichen, Aufgaben zu strukturieren und zielgerichtet zu arbeiten. Aber auch der Umgang mit Lebensmitteln soll bewußt gemacht werden. Durch die eigenen Koch-Fähigkeiten gewinnen die Schüler Selbstbewußtsein.
 Um alle Schüler anzusprechen, versuchen wir eine Vielzahl von Angeboten sicherzustellen. Das ermöglicht uns auch, die Anzahl der Schüler in den Gruppen klein zu halten und eine intensive Arbeit mit dem Einzelnen zu gewährleisten.
 Einmal im Jahr organisieren wir eine erlebnispädagogische Fahrt über mehrere Tage. In einer fremden Umgebung muss sich die Gruppe neuen Bedingungen anpassen und sich gegenseitig aufeinander einlassen. Das Wir-Gefühl der Gruppe erfährt hier positive Impulse
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